zeo-Flotte komplett: Jetzt stehen alle 40 grün-weiße Elektroautos im Carsharing zur Verfügung

Die grün-weißen Elektroautos mit dem Schriftzug „Hier kommt zeo“ gehören in der Region Bruchsal mittlerweile zum Straßenbild. Fünf weitere zeo-Stationen sind am heutigen Donnerstag, 10. Mai 2017, eröffnet worden. Die Flotte soll in das Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg eingebracht und Möglichkeiten für mehr Vernetzung und Automatisierung im E-Carsharing erprobt werden.

Die zeo-Flotte ist komplett. Sie besteht nun aus 40 Elektroautos: 35 fünfsitzigen Renault Zoe, 4 Kleinbussen mit 7 Sitzen sowie einem Transporter vom Typ Nissan eNV200. „zeozweifrei unterwegs“ ist damit das größte stationsgebundene E-Carsharingsystem in Baden-Württemberg, wie die Landesagentur für Elektromobilität (e-mobil BW) bestätigt.

Anlässlich der Inbetriebnahme der jüngsten zeo-Stationen trafen sich die Projektpartner in Karlsdorf-Neuthard. Die gastgebende Firma Leicht engagiert sich bei „zeozweifrei unterwegs“ zusammen mit 26 weiteren Unternehmen und Gemeinden der Region. Koordiniert wird das Projekt von der Regionalen Wirtschaftsförderung Bruchsal (WFG), der Energie- und Wasserversorgung Bruchsal (ewb) sowie der Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe (Energieagentur).

Bürger, die einen zeo nutzen möchten, müssen weder eine Anmeldegebühr, Kaution noch eine Grundgebühr bezahlen. Die Registrierung erfolgt online unter www.zeozweifrei-unterwegs.de. Anschließend erhält man im Bürgerbüro seiner Gemeinde die Nutzerkarte, mit der sich die zeos öffnen lassen.

Ein fünfsitziger zeo kostet zum Ausleihen einen Euro pro Stunde und 18 Cent pro gefahrenem Kilometer. Für die Kleinbusse und den Transporter werden zwei Euro pro Stunde und 20 Cent pro Kilometer fällig. Diese Tarife werden vom Carsharingbetreiber Flinkster, einer Tochter der Deutschen Bahn, mindestens zwei Jahre lang nicht erhöht.

Vertraglich gesichert ist auch die Mindestlaufzeit des Projekts. Die zeos stehen ab jetzt garantiert fünf Jahre lang als Mobilitätsangebot für Bürger, Vereine und Firmen zur Verfügung.

An diesem und an den kommenden Wochenenden finden in verschiedenen Gemeinden Einweisungstermine statt. Interessierte Bürger können sich direkt an der Ladestation von erfahrenen Nutzern zeigen lassen, wie einfach die zeos zu buchen und zu fahren sind. Alle Termine sowie kurze Erklärvideos zur Handhabung stehen auf www.zeozweifrei-unterwegs.de. Seit Neuestem befindet sich auch eine handliche Bedienungsanleitung an Bord aller zeos. Darin ist die Nutzung Schritt für Schritt anschaulich erklärt.

Die Buchung eines Autos ist via Flinkster-App, Internet oder Telefon möglich. Zudem können mit der hiesigen Kundenkarte europaweit 4.500 weitere Flinkster-Autos ausgeliehen werden. zeo-Nutzer sind damit auch auf Bahnreisen fast überall mobil.

Seit dem Start der ersten Autos im Oktober 2016 haben sich 1.400 Nutzer registriert und in den ersten sechs Monaten dreieinhalb Mal den Erdball umrundet. Mit einer Fahrleistung von insgesamt 140.000 Kilometer wurden im Vergleich zu entsprechenden Verbrennerfahrzeugen bislang rund 20.000 Kilogramm CO2 eingespart.

„Unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen“, sagte die Bruchsaler Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick bei der Veranstaltung in Karlsdorf-Neuthard. „Besonders freut mich, dass sich die Nutzer weitgehend proportional zur Einwohnerzahl auf die Gemeinden verteilen“, so die WFG-Vorsitzende. „Die zeos werden in Bruchsal, aber auch im Umland angenommen, wo es vorher noch kein Carsharing gab“.

Mit hundertprozentigem Ökostrom werden die zeos an ihrer Station aufgeladen. ewb-Geschäftsführer Armin Baumgärtner gab bei der Inbetriebnahme der jüngsten zeos eine Vernetzung der Ladesäulen bekannt: „In Kürze können die Nutzer mit der ewb-Ladekarte, die sich an Bord aller zeos befindet, bundesweit Strom tanken. Im gleichen Zug können Elektroautos aus anderen Regionen bei uns laden“, so Baumgärtner. Möglich wird dies durch den Zusammenschluss verschiedener Ladesäulenbetreiber. Die ewb ist ein Unternehmen aus dem Stadtwerke Bruchsal Verbund.

Energieagentur-Geschäftsführerin Birgit Schwegle kündigte als nächsten Schritt eine Solarkampagne an: „Wir wollen die zeos nicht nur bilanziell mit Ökostrom versorgen, sondern auch neue Fotovoltaikanlagen in der Region errichten.“ Die Energieagentur werde geeignete Flächen suchen und die Gemeinden und Firmen bei der Umsetzung unterstützen.

Während die grün-weißen zeos für viele Menschen in der Region schon fester Bestandteil ihrer Mobilität geworden sind, wächst außerhalb der Region das Interesse an der Modellregion Bruchsal. WFG-Geschäftsführer Stefan Huber stellte das Projekt „zeozweifrei unterwegs“ vergangene Woche beim „Smart City Day“ in Straßburg als gutes Beispiel vor. Diese Woche folgen Präsentationen bei Konferenzen der Hochschule Karlsruhe, der Technologieregion Karlsruhe und der Metropolregion Rhein-Neckar. Selbst das Wirtschaftsministerium des Großherzogtums Luxemburg habe in Bruchsal schon angeklopft, um das Modell zu kopieren.

Alle Informationen zum Projekt sowie den direkten Link zur Registrierung für das zeo-Carsharing gibt es auf der Internetseite www.zeozweifrei-unterwegs.de