FAQ

Noch Fragen?

Sie haben noch Fragen zum Testfeld Autonomes Fahren? Vielleicht können wir mit unserer FAQ-Sammlung weiterhelfen. Klicken Sie sich doch einfach mal durch!
An dieser Stelle haben wir häufig gestellte Fragen und die entsprechenden Antworten zusammengestellt.

Sollten doch noch Fragen offenbleiben, geben wir unter der Telefonnummer 0721 6107-5005 gerne auch persönlich Auskunft.
Oder nutzen Sie unsere Formulare für Bürgeranfragen und Zulassungsanfragen.

 

Wozu wird das Testfeld aufgebaut?

Im Testfeld sollen Fahrzeugsysteme für automatisiertes und vernetztes Fahren im realen Straßenverkehr getestet und entwickelt werden. Nur so können Anwendungen für die zukünftige Mobilität realitätsnah erprobt werden, etwa automatisiertes Fahren von Autos, Bussen oder Nutzfahrzeugen wie Straßenreinigung oder Zustelldienste. Zudem ließen sich die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen fortschreiben. Die Schaffung eines Testfelds wird auch dazu beitragen, dass technologische Lösungen im Umfeld der Digitalisierung der Mobilität effektiv erprobt werden können, etwa smarte Zusatzdienste oder Datenschutz. Durch dieses frei zugängliches Testfeld werden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren und die Beteiligung von Firmen aus dem Mobilitäts- und IKT-Sektor wird begünstigt.

Was zeichnet das Testfeld aus?

  • Erprobung von Technologien und Dienstleistungen für vernetztes und automatisiertes Fahren in unterschiedlichen Anwendungsfeldern, gerade auch im innerstädtischen Bereich
  • Starke regionale Einbindung und wissenschaftliche Begleitung durch Kompetenzträger im Bereich Mobilität, automatisierten Fahrzeugen und IKT, z. B. aktiv in der Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe, RegioWin-Projekten efeuCampus & RegioMOVE, Spitzencluster Elektromobilität Süd-West, Tech Center a-drive, DFG SPP “Kooperativ Interagierende Automobile”
  • Schaffung bzw. Vereinfachung des Zugangs zu technologischen Schlüsselthemen für Firmen, insbesondere für Start-Ups und KMU in Baden-Württemberg
  • Verzahnung der Fahrzeugbranche mit der IKT-Industrie
  • Etablierter Betreiber mit starker Kompetenz im Betrieb von Verkehrssysteme

Was wird dazu umgesetzt? Welche Maßnahmen sind geplant?

Mit den bereitgestellten Mitteln ist geplant, Verkehrsflächen unterschiedlichster Art für das automatisierte und vernetzte Fahren vorzubereiten. Dazu werden hochgenaue 3D-Karten erzeugt sowie Sensoren zur Echtzeiterfassung des Verkehrs und dessen Einflussfaktoren installiert. Die Daten werden aufbereitet und dann den Nutzern des Testfelds zur Verfügung gestellt. Es sollen Funkstrecken und langfristig neueste Telekommunikationstechniken eingerichtet werden, um eine robuste Datenübertragung von und zu den Fahrzeugen sicherzustellen. Folgende Maßnahmen zum Aufbau des Testfelds sind u.a. vorgesehen:

  • Ausrüstung von Verkehrsflächen und Strecken unterschiedlichster Art für das automatisierte und vernetzte Fahren
  • Installation von Sensoren zur Echtzeiterfassung des Verkehrsgeschehens und verkehrlicher Einflussfaktoren in ausgewählten Bereichen der Verkehrsinfrastruktur
  • Erzeugung und Bereitstellung hochgenauer und aktualisierter 3D-Karten
  • Ausrüstung und Bereitstellung von Fahrzeugen und Testinfrastruktur (XiL-Prüfstände, Werkstätten, Arbeitsräume)
  • Einrichtung von Funkstrecken neuester Technologie und Nutzung des Glasfaser-Backbones, um eine robuste, schnelle und abgesicherte Datenübertragung von und zu den Fahrzeugen sicherzustellen
  • Aufbau des IT-Backends zur Aufarbeitung der Daten in Backend-Servern und Bereitstellung an die Nutzer des Testfeldes
  • Begleitende Bewertung der Rechtskonformität der Maßnahmen und des Datenschutzes

Welche Straßen und Infrastruktur umfasst das Testfeld?

Die Strecken des Testfelds werden von urbanen Bereichen mit gemischtem Fahrzeug-, Fahrrad- und Fußgängerverkehr, über innerstädtische Tempo-30- und Tempo-50-Zonen, städtische Parkhäuser, Wohngebiete, Landes- und Bundesstraßen bis hin zu Autobahnabschnitten alle relevanten Straßentypen umfassen. Zu den geplanten Testzonen und -strecken zählen u.a. Campus Süd und Campus Ost des KIT, Teile der Oststadt und um den Hauptbahnhof die südlichen Stadtteile, verbindende Straßen sowie Autobahnstrecken bis Stuttgart und Heilbronn. Angebunden werden auch der Forschungscampus Bruchsal sowie die Testfelder für automatisierte Logistik und Nutzfahrzeuge in Bruchsal und Heilbronn.

Ergeben sich Änderungen durch den Aufbau des Testfelds oder wird etwas neu gebaut?

Im Testfeld soll die vorhandene Straßeninfrastruktur genutzt werden. Für nicht am Testbetrieb beteiligte Verkehrsteilnehmer und Anwohner ergeben sich keine Änderungen oder Einschränkungen bei der Nutzung der Straßen. Erkennbar sein werden eventuell zusätzlich im Verkehrsraum zu installierende Sendeantennen für WLAN und Mobilfunk sowie Sensoren, die ausschließlich nicht personenbezogene Daten erheben.

Wer kontrolliert das Testfeld und wie sicher ist es?

Der Testbetrieb wird zukünftig über eine Leitstelle des Betreibers KVV koordiniert und von dort überwacht. Die Testfahrzeuge sind nach gängigen rechtlichen Regelungen mit aufwändiger Sicherheitstechnik ausgestattet und es ist bei der Erprobung gemäß geltender rechtlichen Vorgaben immer ein Sicherheitsfahrer beteiligt. Darüber hinaus soll ein Internetportal eingerichtet werden, über das sich Bürgerinnen und Bürger über die Beschaffenheit und Ausstattung der Testfelder und -strecken informieren können und über das sie einen einfachen Zugriff auf beispielhaft ausgewählte Daten aus der Messtechnik haben.

Wer trifft beim autonomen Fahren die Fahrentscheidungen?

Das Testfeld stellt Daten und die technische Ausrüstung nach dem Stand der Technik zur Verfügung, welche der Erprobung des vernetzten und autonomen Fahrens dienen, ohne hierbei für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten einzustehen. Dies ergibt sich bereits daraus, dass die Technik im Rahmen eines Forschungsprojektes aufgebaut bzw. weiter entwickelt wird. Die letzte Fahrentscheidung verbleibt beim Nutzer des Testfeldes; von den übermittelten Daten und der vorhandenen Technik wird diese nicht getroffen.

Wie wird der Schutz personenbezogener Daten sichergestellt?

Für das TAF wurde ein Konzept erarbeitet, das die datenschutzrechtlichen Vorgaben erfüllt und das mit dem Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit in Baden-Württemberg abgestimmt ist. Die von den Kameras erfassten Bilder werden noch in der Kreuzung von automatischen Algorithmen zu anonymem Objektlisten umgewandelt, die dann dem Fahrer des Testfahrzeugs zum Abgleich mit seinen Daten zur Verfügung stehen. Darüber hinaus werden einzelne Übersichtsaufnahmen zu Forschungszwecken zur Verbesserung der Umwandlung der Bilder in diese Objektlisten getätigt. Auf diesen Bildern sind Fahrzeugkennzeichen und Gesichter nicht erkennbar. Die Verantwortlichkeit für die in den Fahrzeugen erhobenen Daten und deren technische Verarbeitung obliegt den Testfeldnutzern. Diese sind selbstverständlich an die geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen gebunden.

Welche Institutionen stehen hinter dem Testfeld? Wer bildet das Konsortium?

Mit dem Vorhaben trägt das Konsortium aus Stadt Karlsruhe, dem Karlsruher Verkehrsverbund KVV, dem FZI Forschungszentrum Informatik, dem Karlsruher Institut für Technologie, der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, der Hochschule Heilbronn und der Stadt Bruchsal sowie weiteren assoziierten Partnern das Testfeld. Der zukünftige Testfeldbetreiber ist der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV).

Für Konzeption, Planung und Ausbau des Testfelds stellt das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg dem Konsortium 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Konsortium sowie die assoziierten Partner und Industriepartner bringen zusätzlich Eigenmittel in das Vorhaben ein, in dessen Rahmen  ein technologieoffenes und einzelunternehmensunabhängiges Testfeld für das vernetzte und automatisierte Fahren in Baden-Württemberg entstehen wird.

Welche Strecken sind in Karlsruhe konkret für das Testfeld vorgesehen?

In Karlsruhe werden aktuell die Kreuzungen „Durlacher Allee/Ostring“ und „Mannheimer Straße/Ostring“ mit Testfeld-Komponenten ausgestattet. Im Anschluss daran soll der weitere Verlauf des Ostrings von der Haid-und-Neu-Straße bis zur Wolfartsweierer Straße mit Kommunikationsinfrastruktur und einer Straßenwetterstation ausgestattet werden. Auch im Rahmen der ohnehin stattfindenden Umbauarbeiten im Rahmen der IKEA-Baumaßnahmen plant das Konsortium, bis Anfang 2019 auch die Knotenpunkte Durlacher Allee/Weinweg und Gerwigstraße/Weinweg auszurüsten.

Was passiert in Heilbronn?

In Heilbronn wird ein circa sieben Kilometer langer Abschnitt  des Testfelds eingerichtet. Es reicht vom Autobahnanschluss Heilbronn/Neckarsulm (AS37) über die Neckarsulmer Straße, Albertistraße bis zur Hafenstraße und endet am Parkhaus "Im Wohlgelegen". Von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zum Eingang der Bundesgartenschau 2019. Weitere Informationen unter: https://www.heilbronn.de/umwelt-klima/mobilitaet/vernetztes-und-automatisiertes-fahren.html

Wann wird das Vorhaben starten und wie lange geht es?

Am 31. Oktober 2016 wurde mit dem offiziellen Startschuss des Projektes mit dem Aufbau des Testfelds begonnen, welches nach 17 Monaten dann in den Testbetrieb übergehen soll. Der Betrieb des Testfeldes soll dann über mindestens fünf Jahre erfolgen.